Bipolar-Selbsthilfegruppe Zwei Gesichter BG

Erfahrungsberichte

Wer an einer bipolaren Erkrankung leidet, hat schwere Zeiten hinter sich.
In den folgenden Berichten schildern Patienten nicht nur ihren Leidensweg.
Sie wollen anderen erkrankten Menschen auch Mut machen, sich mit dieser Erkrankung auseinander zu setzen und die Krankheit anzunehmen.

Aus verständlichen Gründen werden hier keine Namen genannt
und Anfragen dazu auch nicht beantwortet.



Bericht 1 - Eine bipolare Karriere
Ich wurde im Jahre 1946 geboren und habe schon als Kind erfahren, was es bedeutet bipolar (manisch-depressiv) zu sein. Die Krankheit wurde allerdings bei mir erst festgestellt, als ich mit ca. 50 Jahren meine erste depressive Phase nach dem Arbeitsplatzverlust hatte. Vorher kannte ich nur leichte manische Phasen, d. h. ich war „gut drauf“, brauchte wenig Schlaf und es lief „wie geschmiert“. Die Depression nagte sehr an meiner Gesundheit. Ich schottete mich total ab und ging nicht mehr auf die Straße, verkroch mich im Keller hinter meinen Computer, der mich auch anödete und hoffte, dass keiner an der Haustür klingelte. Dazu kam, dass man das Gefühl hatte, vom Arbeitsamt nur als Mensch zweiter Klasse behandelt zu werden. Nachdem ich dann eine nutzlose Umschulung zum Technischen Betriebswirt hinter mich gebracht hatte, habe ich noch ein paar Jahre in anderen Jobs, die mir alle keine Freude bereiteten, gearbeitet. Es folgte wieder eine Zeit der Arbeitslosigkeit. Das gab mir irgendwann den Rest und ich wurde nun so richtig krank, so dass ich nicht mehr arbeiten konnte und wurde schließlich verrentet. Nachdem ich die Krankheit angenommen habe und mit Medikamenten gut versorgt bin, habe ich seit 2003 keine Manie und keine Depression mehr gehabt. Worüber ich sehr froh bin.

Ich habe daraufhin im Herbst 2003 eine Selbsthilfegruppe gegründet, die gibt mir Kraft und Selbstvertrauen, das ich an die Mitglieder der Gruppe weitergebe. Wir stehen uns bei, spenden uns Trost, geben uns Kraft und Selbstvertrauen und helfen uns gegenseitig so gut wir können. Außerdem bin ich ca. jeden zweiten Monat in ärztlicher Behandlung, zur Vorsorge. Damit werde ich wohl leben müssen bis an mein Lebensende, was immer noch besser ist, als ein Auf und Ab mit Manie und Depression.
Ich kann nur jedem Betroffen raten sich der Krankheit zu stellen, sie anzunehmen und nicht gegen sie zu kämpfen (was zwecklos ist).




Bericht 2
Geboren wurde ich 1966 in B. in Unterfranken und lebe jetzt in Hessen. Ich stamme aus  einer Großgemeinde. Seit September 2006 lebe ich in S. Meine Ersterkrankung war 1985 mit einer schweren Depression, die sich 1987 in ähnlicher Weise wiederholte. Diagnostiziert wurde die Krankheit 1989, als ich manisch wurde. Ich begab mich in stationäre Behandlung ins Pktt Gießen. Es schlossen sich bis 2001 mehrere Aufenthalte an. 2001 wurde ich wieder krank und kam das erste Mal ins Schlüchterner Krankenhaus. Auch hier befand ich mich mehrmals in stationärer Behandlung. Seit 2007 bin ich wieder fit, was sicherlich auch von meiner Freundin mitgetragen wird und habe einen geregelten Tagesablauf.

Ich gehe seit September 2007 in die Tagesstätte Rosengarten. Ich bin für die Malteser als Sanitäter in Ausbildung unterwegs und fahre auch als Fahrer täglich für die Tafel Schlüchtern.  Auch habe ich eine Zeit als Vorstandsmitglied des Vereins Seelenvogel mitgewirkt. Mein liebstes Hobby ist die Musik. Trommeln und Singen praktiziere ich sehr oft. Zum Berufsleben kann ich nur sagen, dass ich mehrere Jobs hatte und fast immer ohne Unterbrechung gearbeitet habe (Wenn ich konnte!)




Bericht 3
Mein Leben als bipoler Patient. Ich bin fast 50 Jahre und wie die meisten meiner Leidensgefährten erkannte ich, oder besser akzeptierte ich, meine Krankheit viel zu spät. Am Anfang wollte ich nichts von einer Nervenkrankheit wissen, da ich schon durch meine Kindheit sehr stark vorbelastet war. Meine Mutter litt seit ich denken kann an verschiedenen Nervenkrankheitssymptomen. Von manisch-depressiv über Schizophrenien, Verfolgungswahn und Tablettensucht hatte ich schon alles miterlebt in meiner Kindheit und Jugendzeit. Deshalb habe ich jede Art von Krankheitssymptomen bei mir systematisch abgelehnt.

Erst durch starke Depressionseinbrüche habe ich schließlich ärztliche Hilfe aufgesucht. Meine Depressionen machten sich bemerkbar, indem ich mich immer mehr vom sozialen Leben zurückzog. Im Gegensatz zu früher, wo ich gleich mehrere Besuche von verschiedenen Freunden am Tag hinter mich brachte, wollte ich nun gar keinen Menschen mehr sehen. Weder enge Freunde noch Familienangehörige. Ich ging nicht mehr ans Telefon oder an die Tür, wenn es klingelte. Ich vermied jeden Umgang mit meiner Umwelt, wollte auch gar nicht angesprochen werden, wenn ich mal draußen zu tun hatte. Außer Behördengänge oder die lebensnotwendigen Einkäufe trieb mich nichts aus dem Haus heraus. Am liebsten verbrachte ich den Tag im Bett und versuchte auch alles von Bett aus zu managen. Wie Telefonate, Essen, Fernsehen usw.

Um diese Isolation ein wenig zu durchbrechen schaffte ich mir einen Hund an. Der zwang mich zweimal am Tag wenigstens aus meiner kleinen Bude zu entkommen um Gassi zu gehen .... Gassi gehen ist nun mal Pflicht für das Herrchen, wenn man sich nicht die Bude „zu scheißen lassen“ möchte.
In manischen Phasen fühlt man sich dagegen „saugut und cool“ und einem gehört so zu sagen die Welt. In solchen Zeiten braucht man logischerweise keinen „Gott in Weiß“ (man ist es ja selbst). Man ist ja Herr der Lage und steht über den Dingen und lässt sich natürlich von Anderen, die sowieso keine Ahnung haben, nichts sagen.

Mein Krankheitsbild reicht von der Hypermanie (eine nicht so starke Manie) bis zur starken Depression. Im Gegensatz zu einer ausgeprägten Manie, zeigt man selten Anzeichen von übertriebenem Lebenswandel (Umgang mit Geld), irrsinnige Vorhaben (mehrere Autos kaufen usw.), wie die Welt zu retten ist oder gar ohne Flugstunde und Flugzeug zu fliegen. Meine Kindheit und Jugend habe ich eigentlich auch als ganz normal empfunden. Obwohl ich oft Gemütsschwankungen hatte. Ich konnte mich immer schnell für etwas begeistern. Aber genauso schnell habe ich die Lust an der Sache verloren, falls mal was nicht klappte wie es sollte. Ich besaß kein Durchhaltevermögen. Gute Laune und Tiefs wechselten sich öfters ab. Jedoch in keiner bedenklichen Form. Meine Schule schloss ich ebenfalls problemlos mit dem Abi ab. Die Krankheit zeigte sich dann bei meiner Berufswahl wieder. Ich habe mehrere Berufe, Groß- und Außenhandelskaufmann, Luftverkehrskaufmann sowie Koch. In keinem meiner Berufe habe ich lange in einem Betrieb gearbeitet. Dadurch habe ich viel Zeit und Energie vergeudet. Auch an der Uni habe ich mich versucht. (selbst finanziert).

Ich wohne schon 25 Jahre in derselben 1,5-Zimmer-Altbauwohnung. Auch bin ich bis heute immer noch ledig. Keine Kinder, dafür reicht mein finanzielles Einkommen nicht aus. Beziehungen zum anderen Geschlecht hatte ich schon einige. Auch Beziehungen, welche einige Jahre hielten.
Leider war keine Beziehung so stark, um die Krankheit, meine Krankheit zu tolerieren.




Bericht 4
Mein Name ist D., ich bin 1953 geboren, verheiratet und habe zwei Kinder. Ich wurde das erste Mal nach der Entbindung unseres ersten Kindes krank und musste in die Psychiatrie wegen einer Wochenbett-Psychose. Ich weiß gar nicht genau, wann das festgestellt wurde, dass ich eine bipolare Erkrankung habe. Im Laufe der Zeit wurde ich öfters mal manisch oder auch depressiv, weil man noch nicht so gute Medikamente hatte. Meine Familie war vollkommen damit überfordert, wie sie mit mir umgehen sollte. Erst mit der Zeit haben sie sich mit meinem „Hochs“ und „Tiefs“ arrangiert. Im Jahre 1987 war ich dann wieder in der Psychiatrie in Gießen, nachdem ich mich von meinem Mann getrennt hatte.

Im Jahre 2002 ging ich dann auf Empfehlung meines Hausarztes nach Schlüchtern, um mich vorzustellen und meine Krankengeschichte zu erzählen. Ich hatte auch Glück und konnte vorgelassen werden ohne längere Wartezeiten. Dann war ich noch einmal zu einem neuneinhalbwöchigen Aufenthalt in Schlüchtern und bin seit dieser Zeit bei der PIA in ambulanter Behandlung. Ich trinke keinen Kaffee, kein Coca Cola und keinen Alkohol, weil mir das nicht bekommt, dafür rauche ich.




Bericht 5
Nach dem Ableben meines Vaters, ich pflegte ihn gemeinsam mit meiner Mutter, erlebte ich erstmals eine manische Phase. Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik in Schlüchtern 2003. Nach dem Klinikaufenthalt wurde ich fachärztlich betreut (nicht in der psychiatrischen Ambulanz). Nachdem es mir wieder gut ging und ich mich völlig normal fühlte, setzte ich in Absprache mit der behandelnden Ärztin die Einnahme der Medikamente ab. Ich war auch erschrocken über die ausgeführten Nebenwirkungen der Medikamente, was mich in meinem Beschluss bestärkte. Folge: Rückfall in die Manie, erneuter Klinikaufenthalt 2005. Ein weiterer Rückfall 2006 mit Einweisung in die Klinik  2006 . Eine Ursache war nicht erkennbar, eventuell falsche Dosierung der Medikamente. Kurz darauf erfolgte die Phase einer starken Depression mit Suizidgedanken. Klinikaufenthalt 2007.
Es folgte eine Umstellung der Medikamente und ich habe seither keine nennenswerten psychischen Probleme mehr.




Bericht 6
Mein Name ist Frau Y. Ich bin 1969 in Fulda geboren. Meine Krankheit begann 1998 mit einer Depression, die vier Monate dauerte. Danach konnte ich wieder arbeiten gehen. 2002 bekam ich wieder eine Depression, die neun Monate dauerte. Als es mir wieder gut ging, wurde ich in das Berufsleben wieder eingegliedert. Nach drei Wochen wurde ich plötzlich manisch. Ich wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Nach sechs Wochen wurde bei mir eine bipolare affektive Störung (manisch -depressiv) festgestellt. Durch medikamentöse Behandlung ging es mir wieder gut. 2006 wurde ich wieder manisch und kam ins Krankenhaus. Dort wurde ich mit Medikamenten umgestellt und es ging mir wieder gut. 

Zwischenzeitlich bin ich berentet worden, da es mir nur noch gelang, den Haushalt mit Mühe zu bewältigen. Nach dieser Manie folgte ein halbes Jahr später eine Depression. Der Leidensdruck war so groß, das ich das Krankenhaus aufsuchte. Nach der Entlassung kam ich in die Tagesklinik. Dort hat es mir nicht gefallen, da ich immer noch depressiv war. Nach sechs Wochen wollte ich nur noch nach Hause in mein Bett. Ich sagte den Ärzten, mir geht es gut und wurde somit entlassen. Das war ein Fehler, denn zu Hause wurde alles nur noch schlimmer. Selbst die tägliche Hygiene (Zähne putzen, waschen) hatte nachgelassen. Das alles habe ich meiner Ärztin aus der psychiatrischen Institutsambulanz, die mich behandelte, nicht erzählt, aus Angst, wieder ins Krankenhaus zu kommen. Erst nach einem Jahr ging es mir plötzlich wieder besser.

2009 wurde ich wieder manisch, aber diesmal noch viel schlimmer. Ich hatte psychotische Symptome und musste fixiert werden. Von all dem bekam ich nichts mit, da ich einen „Filmriss“ hatte. Aber ich war selbst schuld, da ich zu Hause heimlich über eine länger Zeit die doppelte Menge an Schlaftabletten genommen hatte, um überhaupt schlafen zu können. Dadurch hatte ich dann im Krankenhaus einen radikalen Medikamentenentzug. Nach vier Monaten kam ich dann in die Tagesklinik. Dieses Mal hat es mir dort gut gefallen, denn bei einer Manie geht es einem ja prima. Sechs Wochen später wurde ich dann als stabil entlassen. Heute bin ich nur noch in der psychiatrischen Institutsambulanz in Behandlung und mir geht es gut.




Bericht 7
Kurzbericht der psychischen Krankheitsphasen einer Patientin, 49 Jahre

Es begann im Anfang 1994, als ich aus meiner Traumwelt erwachte, der Tag, an dem mein Mann mir mitteilte, er sei bisexuell. Es war ein Schock für mich. Ich fühlte mich, als entzöge man mir die Grundlage zum Leben. Dreizehn schlaflose Nächte waren die Folge. Ich versuchte mir mit Autosuggestions-CDs selbst zu helfen. Mein Psychiater bestätigte mir später, dies sei die erste Depression gewesen. Ich stürzte mich in meine Arbeit als Vorstandssekretärin. Ein 12-Stunden-Tag inkl. Feiertage und manche Wochenenden wurden zur Regel. Dieses Pensum schaffte ich bis 1997, als plötzlich während eines Telefonats mit einem Aufsichtsratsmitglied alle Daten aus meinem Kopf fielen. Er hatte einen wirklich einfachen Namen. Ich hatte einen Termin mit ihm vereinbart. Nach dem Gespräch wusste ich weder Name noch Termin. Panik ergriff mich. Ich wusste nicht, was das zu bedeuten hatte, dachte, verrückt zu werden. Fluchtartig verließ ich das Büro und wollte nach Hause fahren. Ich fand mich an einem fremden S-Bahnhof wieder. Irgendwie kam ich schließlich nach Hause und suchte sofort meinen Hausarzt auf. Diagnose: Depression. Drei Monate Aufenthalt in der Psychiatrie sowie anschließend neun Monate Arbeitsunfähigkeit waren die Folge. In diesen neun Monaten kümmerte sich mein Mann rührend um mich, bat mich um Verzeihung, versprach, seine Neigung zu ignorieren. Ich glaubte ihm und wurde ein Jahr später schwanger, unser Wunschkind wurde geboren.

Nach einem weiteren Jahr bemerkte ich, dass alles wieder von vorne begann. Mein Mann gab nun zu, nicht bi- sondern homosexuell zu sein. Wir versprachen uns die gegenseitige Freiheit. Meine Depression begann schleichend. Ich befreite mich erneut selbst, lernte einen neuen Mann kennen, nahm eine neue Stelle als Vorstandssekretärin an. Es begann eine Zeit mit extremem Eu-Stress. Die Kombination anspruchsvolle Stelle, neuer Partner und dreijähriger Sohn überforderte mich, vor allem wegen meines schlechten Gewissens, meinem Sohn nicht gerecht zu werden. Nach zwei Jahren Vorstandsarbeit erlebte ich den zweiten Datenverlust in meinem Kopf. Diesmal kannte ich die Diagnose und wusste, was mich erwartete: Drei Monate Psychiatrie und anschließende Genesung zu Hause. Mühsam arbeitete ich mich wieder heraus. Mein neuer Partner konnte mit der Krankheit nicht umgehen. Wir trennten uns. Zudem verlor ich meine geliebte Stelle, da mein Chef nicht ein ganzes Jahr auf mich warten konnte. Diese Erfahrung empfand ich als besonders bitter. Ich hatte das Gefühl, für meine Krankheit noch bestraft zu werden.

Ich wollte mich nicht geschlagen geben. Nach vielen Absagen auf meine Bewerbungen, da ich nun schon einen Behinderungsgrad hatte, fand ich schließlich eine neue Stelle als Geschäftsleitungssekretärin. Ich dachte, es nun geschafft zu haben. Ein Jahr später musste die Firma Konkurs anmelden. Wieder eine neue Stelle zu finden, erwies sich als unmöglich. Also beschloss ich, mich selbstständig zu machen und arbeitete mehr denn je zuvor inklusive nachts mit der Folge, wieder krank zu werden. Dieses Mal erkannte ich die Krankheit nicht. Es war keine Depression! Ich weigerte mich, in die Klinik zu gehen. Zwangseinweisung war die Folge, eine Entscheidung meiner Familie, die unsere Beziehung noch heute belastet. Diagnose: Bipolar! Zum ersten Mal lernte ich die Fixierung kennen, ein Trauma, das mich bis heute verfolgt. Drei Monaten später erreichte ich die Entlassung. Nach zehn Tagen zu Hause kündigte sich die mir bekannte Depression an. Erneut folgten drei Monate Psychiatrie-Aufenthalt. Die Genesung zu Hause nahm dieses Mal ein ganzes Jahr in Anspruch, es handelte sich ja auch um zwei Krankheiten. Noch im Krankenhaus beschloss ich, dass ich mich zwar herausarbeiten, aber nicht wieder Bewerbungsabsagen wegen meiner Krankheit hinnehmen würde. Ich reichte die Erwerbsunfähigkeitsrente ein, die mir aufgrund meines Krankheitsbildes auch gewährt wurde.

Immer schon war es mein Ziel, in meiner Rente ein Ehrenamt zu übernehmen, das dem Wohle des Menschen dient. So gelangte ich zum Besuchsdienst des Vereins Seelenvogel, in dessen Vorstand ich anschließend gewählt wurde. Einen 400-€-Job, der mir Spaß macht, habe ich inzwischen auch gefunden. Dazu kommen Haus, Kind und Zeit für mich, so dass mein Leben ausgefüllt, aber kein Wettlauf mit der Zeit mehr ist. Seit mehr als einem Jahr nehme ich keine Tabletten und hoffe, die Psychiatrie nur noch ehrenamtsmäßig von innen zu sehen. Als positives Fazit bleibt allein die Tatsache, dass mich so schnell nichts mehr aus der Bahn werfen oder schockieren kann. Wer einmal das Gefühl hatte, leben zu müssen, obwohl er lieber sterben möchte, setzt im Leben andere Maßstäbe, schätzt andere Werte und lebt bewusster.

So habe ich an der Krankheit, so schrecklich und nachhaltig sie auch ist, für mich eine positive Seite entdeckt, mit der ich sie leichter verarbeiten kann. Diese Erkenntnis wünsche ich allen Mitpatienten.

Zeichnung mit Text
Bipolar-Selbsthilfegruppe Zwei Gesichter BG